Datum: 29. Juli 2009
Alarmzeit: 17:47 Uhr
Alarmgrund: starke Rauchentwicklung in Rothof (Alarmübung)
Einsatztyp: Brand und Technische Hilfeleistung
Alarmierte Kräfte: FF Viereth, FF Bischberg, FF Bischberg LG Weipelsdorf, FF Trosdorf, FF Tütschengereuth, FF Oberhaid, FF Hallstadt, FF Priesendorf, FF Bamberg Ständige Wache, FF Bamberg LG 5, FF Bamberg LG 6, UG-ÖEL Landkreis Bamberg, KBM Deckert, KBM Hompesch, KBI Scholz, SBR Moyano
Einsatzort: Rothof, Gem. Bischberg
Bericht des "Fränkischen Tag" vom 31. Juli 2009
2,2 Kilometer Leitung bis zum "Dachstuhlbrand"
Großübung - 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Stadt und Land probten in Rothof bei Bischberg den Ernstfall.
Bischberg - Acht Feuerwehren mit rund 150 Aktiven und knapp 20 Einsatzfahrzeugen unterschiedlichster Art und Größe waren am Mittwochabend beim Bischberger Weiler Rothof im Großeinsatz: Dachstuhlbrand mit einer eingeschlossenen Person. Die besondere Problematik: In diesem Weiler gibt es keine Löschwasserversorgung. Das Szenario war Gegenstand einer konzentrierten Großübung mit Wehren aus Stadt und Landkreis Bamberg. Damti sollten die Alarmpläne auf ihre Tauglichkeit überprüft werden, so der zuständige Kreisbrandinspektor Wilhelm Scholz. Einsatzleiter war der für Rothof zuständige Erste Kommandant der FFW Bischberg, Martin Raab. Fazit nach zweieinhalb Stunden: Mit dem angerückten Aufgebot liegt man am Limit. Das wird in die Überarbeitung der Einsatzpläne einfließen.
Die Großübung war für alle anspruchsvoll. Denn vom Kühweiher als Löschwasser-Depot mussten bis zum Rothof über 2,2 Kilometer Schlauchverbindung hergestellt werden. Zur Überbrückung wurde zunächst der Löschweiher der Brezen-Ranch "angezapft". Denn von dort sind es nur 400 Meter zum brennenden Dachstuhl. Bis die Leitungen funktionierten, waren vier Löschfahrzeuge mit je 2500 Liter-Tanks im Pendelverkehr zum Brandort unterwegs, was wegen des Begegnungsverkehrs auf der schmalen Straße, neben der Koordinierung, eine weitere Herausforderung darstellte. Dazwischen musste auch das Fahrzeug mit der Drehleiter zum Brand, um die Person aus dem Dachstuhl zu retten. Als der von einer Puppe dargestellte Bewohner in Sicherheit war, ging es auch schon mit einem Chemieunfall und zwei unter Stämmen eingeklemmten "Personen" (die technische Hilfeleistung benötigten) weiter. Schlag auf Schlag also, waren die Feuerwehren im Einsatz, die Zufahrt zu den jeweiligen Orten abgeriegelt, der Großeinsatz von der Unterstützungsgruppe aus dem Landratsamt flankiert. Als dann bei Sassanfahrt ein wirklicher Einsatz kam, musste der Funk frei gemacht werden und die Aufräumarbeiten konnten beginnen.
Zum Abschluss gaben Kreisbrandmeister Peter Deckert und Kommandant Raab, wie es in solchen Fällen Routine ist, den Rothof-Bewohnern den Tipp, im Ernstfall lieber einmal früher als zu spät Alarm zu schlagen. Für Hof-Chef Baptist Brahmann ist das selbstverständlich. Wie die Wehrleute ist auch er froh, dass man durch die Übung wertvolle Einblicke in Abläufe und nötige Änderungen erhalten hat. Seinem siebenjährigen Enkel Tobias indes dürfte der Ausflug auf die Drehleiter unvergessen bleiben. Georg Kreuzer von der Brezen-Ranch hat ganz nebenbei das Potenzial seines kleinen Löschweihers schätzen gelernt.
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